Starker Franken? So retten KMU ihre Exporte – pragmatische Lösungen, die funktionieren
Der Schweizer Franken steigt – und plötzlich wirkt alles unsicher. Kunden im Ausland kaufen weniger, Vertriebspartner ziehen sich zurück und die Margen schrumpfen. Klingt vertraut? Viele exportorientierte KMU stehen genau vor diesem Problem. In diesem Beitrag erkläre ich einfach und praktisch, welche Optionen Sie haben: Auslandsgesellschaften, clevere Währungsstrategien und ein realistischer Plan B für Exporteure.
Warum ein starker Franken so gefährlich ist
Stellen Sie sich vor: Ihr Produkt kostet 100 CHF. Wenn der Franken gegenüber dem Euro steigt, wird Ihr Produkt in Deutschland plötzlich teurer – ohne dass Sie etwas geändert haben. Das Ergebnis:
- Ausländische Kunden kaufen weniger
- Vertriebspartner verlieren Interesse oder rotieren zu günstigeren Anbietern
- Ihre Margen schrumpfen und die Wirtschaftlichkeit leidet
Das ist nicht nur eine Momentaufnahme. Bei anhaltendem starken Franken kann das Geschäftsmodell langfristig in Gefahr kommen – bis hin zur Insolvenz. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt.
Welche Optionen haben KMU?
Es gibt keine Patentlösung, die für alle passt. Aber es gibt bewährte Hebel, mit denen viele Unternehmen schnell ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt haben. Hier die wichtigsten Ansätze:
1. Auslandsgesellschaft gründen
Eine Auslandsgesellschaft kann Wunder wirken. Warum? Weil Sie damit lokal in der Zielwährung fakturieren, lokale Kosten in der Landeswährung decken und sich von Wechselkursschwankungen entkoppeln können.
- Vorteil: Wettbewerbsfähigere Preise vor Ort.
- Nachteil: Aufbauaufwand, rechtliche und steuerliche Fragen.
Beispiel: Ein kleiner Maschinenbauer in der Schweiz gründete eine GmbH in Deutschland. Resultat: Vertriebs- und Servicekosten konnten lokal gedeckt werden, Preise wirkten vergleichbar – und der Absatz stabilisierte sich.
2. Währungsstrategien (Hedging, Preisgestaltung)
Sie müssen nicht jeden Wechselkurs ausbaden. Mit einfachen Währungsstrategien lassen sich Risiken deutlich reduzieren.
- Fakturierung in Fremdwährung: Wenn möglich, in Euro oder USD fakturieren.
- Teilweises Hedging: Nicht immer nötig, aber sinnvoll bei größeren Kontrakten.
- Flexible Preisgestaltung: Rabatte für Vorauszahlung in CHF, Zuschläge bei Zahlungszielen in CHF, Indexierung an einen Währungskorb.
Einfacher Tipp: Prüfen Sie Ihre Kundenliste. Bei den Top-10-Kunden lohnt sich oft ein individuelles Währungsmodell.
3. Operativer Plan B
Plan B heißt nicht „Aufgeben“, sondern „Sicherheitsnetz“. Er kann so aussehen:
- Alternative Absatzmärkte (z. B. Nachbarländer mit stabileren Währungen)
- Produktdifferenzierung (Mehr Service, Wartungsverträge, Bundle-Angebote)
- Kostensenkung ohne Qualitätsverlust (Lieferanten neu verhandeln, Prozesse optimieren)
- Temporäre Preisanpassungen mit klarer Kommunikation
Denken Sie an eine Versicherung: Man zahlt gern, wenn das Risiko real ist. Ebenso ist ein Plan B eine Versicherung für Ihr Geschäft.
Wie setzt man das konkret um?
Strategie ist gut, Umsetzung ist besser. Hier eine pragmatische Roadmap in vier Schritten:
Schritt 1: Kurzfristige Maßnahmen (innerhalb 1–3 Monate)
- Liste der Top-Kunden nach Umsatz und Währungsrisiko erstellen
- Schnelle Preischecks: Wo verlieren Sie am meisten?
- Einführung einfacher Vertragsklauseln für Währungsanpassungen
Schritt 2: Mittelfristige Maßnahmen (3–12 Monate)
- Prüfung von Auslandsgesellschaften (Rechtsform, Standort, Kosten)
- Verhandlungen mit Schlüsselkunden über Fakturierung und Zahlungsbedingungen
- Testlauf für Hedging-Lösungen bei wichtigen Aufträgen
Schritt 3: Langfristige Stabilisierung (12+ Monate)
- Aufbau lokaler Produktion oder Serviceeinheiten, falls sinnvoll
- Vertiefung der Währungsstrategie und regelmäßige Review-Zyklen
- Continuous Improvement: Prozesse und Lieferanten laufend optimieren
Ein kurzes Praxis-Beispiel
Vor ein paar Jahren beriet ich einen mittelständischen Hersteller von Präzisionswerkzeugen. Der Franken stieg stark, die deutschen Händler drohten abzuwandern. Wir gingen wie folgt vor:
- Zuerst: Kurzfristig verhandelte Zahlungsziele und Teilzahlung in Euro.
- Dann: Gründung einer Vertriebs-GmbH in Deutschland mit lokalem Lager.
- Parallel: Einführung einer Preisindexierung, die Wechselkursschwankungen abfängt.
Ergebnis: Binnen eines Jahres stabilisierten sich Umsatz und Margen. Der Kunde blieb – und der Vertriebspartner auch.
Schnelle Checkliste für Entscheider
- Haben Sie Ihre wichtigsten Exportmärkte und Währungsrisiken analysiert?
- Können Sie kurzfristig Preise oder Zahlungsbedingungen anpassen?
- Ist eine Auslandsgesellschaft wirtschaftlich sinnvoll für Sie?
- Nutzen Sie einfache Hedging-Instrumente bei größeren Aufträgen?
- Gibt es einen dokumentierten Plan B für Worst-Case-Szenarien?
Fazit: Nicht abwarten – handeln
Ein starker Franken ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Grund zum Handeln. Kleine, pragmatische Schritte können schnell Wirkung zeigen. Ob Sie nun eine Auslandsgesellschaft prüfen, Ihre Währungsstrategie anpassen oder einen soliden Plan B aufsetzen – wichtig ist, dass Sie heute starten.
Möchten Sie Unterstützung?
Wenn Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit schützen und Insolvenzrisiken vermeiden wollen, sprechen wir über pragmatische, rechtssichere Lösungen. Ich biete eine erste, unverbindliche Bestandsaufnahme an – konkret, ohne Fluff. Kontaktieren Sie mich für eine individuelle Strategie und einen klaren Umsetzungsplan.
Warten Sie nicht, bis Kunden oder Partner abspringen. Handeln Sie jetzt.